Donnerstag, 12. Juni 2014

[Rezension] Bibo Loebnau - Schorsch Clooney, die Landluft und ich

 
Buchinfos: 
  • Titel: Schorsch Clooney, die Landluft und ich
  • Autor: Bibo Loebnau
  • Seitenanzahl: 323
  • Verlag: books2read
  • Preis: 6,99 Euro (ebook)


Inhalt

Ina lebte bisher ziemlich gut. Sie ist Chefreporterin beim bekanntesten People-Magazin Deutschlands, der V.I.P. Ein stressiger Job, dessen Auswirkungen nicht lange auf sich warten lassen: sie erleidet einen Hörsturz! Ihr Arzt verordnet ihr strengste Ruhe und Erholung vom Arbeitsleben. Diese findet Ina letztendlich in Bienensee, einem kleinen Ort in der Nähe von Berlin. Trotz dass sie dort keinen kennt, wird sie herzlich von den dortigen Bewohnern aufgenommen. Und dann trifft sie dort auch noch in der Einöde auf einen Prominenten, den sie von früher kennt: Hannes Holl bzw. Patrick Holmes, Bandleader der Gruppe "Curiosity". Sie wittert "die" Titelstory, denn was will ein Promi ausgerechnet in Bienensee? Da muss mehr dahinter stecken. Langsam freundet sie sich mit Hannes an und versucht ihm sein Geheimnis zu entlocken. Doch wird sie es schaffen?


Meine Meinung

Von Anfang an war ich in der Geschichte drin und konnte Inas Hörsturz sehr gut nachvollziehen. Scheinbar hat sie für ihren Job gelebt, Freizeit war für sie ein Fremdwort. Und so hat sich der ganze Stress am Körper gerächt. Die Idee mit dem Häuschen in Bienensee find ich toll, vor allem auch, weil die Bewohner mehr als freundlich sind. Alle sind hilfsbereit und helfen Ina bei Problemen. Bienensee ist wie eine große Familie, die Ina herzlich mit aufgenommen hat. Klasse finde ich da auch die Sprache, die so typisch für den Osten istm vor allem von Bauer Herbert und Simonn. Bei einigen Wörtern musste ich doch sehr drüber nachdenken, was damit gemeint ist, aber es ist echt zum Schmunzeln, nicht jeder weiß, dass "Babbe" Trabi heißt und er damit den kleinen Mini von Ina meint.
Zwischendurch bekommt man immer wieder Rückblicke von Ina aus ihrem früheren Arbeitsleben. Sie hat viele Prominente betreut und kann viele tolle Geschichten dazu erzählen. Grundsätzlich finde ich das auch nicht schlecht, aber sie waren teilweise sehr lang und haben nicht immer in den Zusammenhang gepasst. Z. B. die Geschichte von Hannes Holl, als er erzählt, was sich damals nach der Pressekonferenz noch abgespielt hat, nachdem er Ina aus der Konferenz geschmissen hatte, das war nicht unbedingt passend und erwähnenswert, meine Meinung zumindest. Ich hätte auch durchaus ohne diese Informationen leben können.
Die Charaktere an sich finde ich alle sehr sympathisch. Ina und Hannes als Hauptcharaktere, die auch noch wunderbar zusammenpassen, aber irgendwie nicht zueinander finden oder immer aneinander vorbeireden. Dann die Dorfbewohner Simonn und Herbert mit ihrem tollen Dialekt und der Freundlichkeit, jeder auf seine Art. Simonn scheint der Klatschmittelpunkt zu sein. Wenn jemand etwas weiß, dann sie. Witzig finde ich auch die Sache mit der Sexhotline. Ina erwischt sie in der Bäckerei dabei. Die Aussprache von ihr und die Texte dazu: einfach herrlich!!!
Am Anfang habe ich überlegt wieso im Titel "Schorsch Clooney" vorkommt. Doch relativ schnell wurde klar, dass Hannes dieser "Schorsch" ist, denn so wird er von Simonn genannt, die eine gewisse Ähnlichkeit zum echten George sieht. Doch auch der echte George Clooney taucht dann komischerweise noch auf, find ich witzig.

Die Entwicklung zwischen Ina und Hannes gefällt mir mehr als gut. Die vielen Abende und Gespräche zwischen den beiden, haben beiden gut getan und beiden gezeigt, dass es auch noch etwas anderes als Arbeit gibt. Die Erholung tut beiden gut und beide fangen an sich zu fragen, wieso sie überhaupt den Job ausüben wie bisher. Durch das Landleben erfahren sie so viele negative Dinge, die durch ihren Job entstanden sind. Die Ruhe hat ihre Persönlichkeit extrem verändert, aber im positiven Sinne. Leider verlieren sie sich nach ihrem Erholungsurlaub viel zu schnell wieder aus den Augen. Ich hätte gerne noch erfahren wie sie sich in Berlin verhalten hätten, wenn sie sich dort öfters getroffen hätten und nicht nur virtuell miteinander kommuniziert hätten. Doch hält das Buch dann am Ende doch noch eine Überraschung bereit.

Insgesamt finde ich das Buch mehr als lesenswert. Gerade die Entwicklung, dass Ina anfangs unbedingt das Geheimnis von Hannes rausbekommen will, um es veröffentlichen zu können, bis zum Schluss, wo sie mit aller Kraft versucht zu verhindern, dass jemand von seinem Geheimnis erfährt, finde ich toll. Das zeigt von Persönlichkeit und ass Ina auch hinter die Fassade schaut und ihr die Menschen nicht mehr egal sind. Dennoch finde ich das Buch etwas zu lang, die Sonderpassagen mit den Rückblicken könnten gekürzt werden und die Geschichte an sich noch etwas ausgebaut werden.


Wertung



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