Samstag, 14. Juni 2014

[Rezension] Anja Fröhlich - Berlin Love: Liebeslügen

Buchinfos: 
  • Titel: Berlin Love: Liebeslügen
  • Autor: Anja Fröhlich
  • Seitenanzahl: 106
  • Verlag: Red Bug Books
  • Preis: 7,99 Euro/2,99 Euro (ebook)
  • ISBN: 978-3-9437-9958-3
Inhalt
Funny ist 14 Jahre alt und bisher glücklich. Doch an diesem einen Tag ändert sich alles. Sie erfährt, dass ihr bisher so geglaubter Vater gar nicht ihr Vater ist und ihre Mutter damals einen One-Night-Stand hatte aus dem Funny entstanden ist. Genau jetzt bräuchte sie ihre beste Freundin Maya. Doch die hängt lieber mit ihrem neuen Freund Olivier ab, den Funny so gar nicht leiden kann. 
Olivier ist 16 Jahre alt und hat nicht weniger Probleme mit seinem Vater. Sein Vater ist sehr streng und sieht nur die Noten, alles andere interessiert ihn nicht. Da kommt ihm Funnys Auftrag ihren richtigen Vater zu finden als Ablenkung ganz gut. Und genau dieser Suche fügen sich die Schicksale der beiden zusammen. Wird Funny ihren Vater finden? Und finden auch Funny und Olivier zueinander?


Meine Meinung 

Das Buch ist im Wechsel zwischen den Sichten von Funny und Olivier geschrieben. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, perfekt für das jugendliche Alter. Auch der Sichtwechsel von Kapitel zu Kapitel gefällt mir sehr gut, gerade auch aus dem Grund, weil sich die Wege der beiden zueinander fügen. So erfährt man die Gefühle von beiden Seiten.
Die Charaktere selbst sind mir sympathisch, vor allem Funny und Olivier und ich hatte gleich zu Beginn gehofft, dass die beiden noch zusammen kommen. Die beste Freundin von Funny und Freundin von Olivier ist mir zu zickig und zu eingebildet. Sie ist ein einnehmendes Wesen was Olivier betrifft und wahnsinnig eifersüchtig. Ein bisschen kann ich sie verstehen, obwohl sie bisher eigentlich keinen Grund hatte auf Funny eifersüchtig zu sein. Für Funny ist es denke ich auch ein kleines Spiel und eine Art Trotzreaktion, so nach dem Motto "Wenn du keine Zeit für mich hast, dann hat diese halt dein Freund für mich!". Schlimm finde ich das nicht, denn Maya hat für ihr Verhalten eine solche Lektion gebraucht. 
Witzig finde ich die Sache mit dem neuen Vater von Funny. Das Finden ging mir dann aber doch etwas zu schnell. Sie hat gerade mal ihren Freunden davon erzählt und schon am nächsten Tag haben sie ihn gefunden. Ich denke im realen Leben ist das nicht ganz so einfach solche Informationen zu bekommen., auch mit Beziehungen zu den richtigen Stellen nicht. Auch die Reaktion des Vaters als er erfährt, dass er der Vater ist, ist etwas untypisch. Er weiß sofort Bescheid und möchte sie sofort kennenlernen und steht am nächsten Tag sogar bei Funnys Mutter in der Wohnung. Auch das passiert ganz schön schnell und die meisten neu gewordenen Väter brauchen ja doch eher ein wenig Bedenkzeit, könnte ich mir gut vorstellen. 
Der Verlauf der Geschichte gefällt mir aber sehr gut, vor allem die Annäherung zwischen Funny und Olivier und ihr gemeinsamer Streifzug durch Berlin mitten in der Nacht. Wobei dieser auch schon wieder etwas utopisch ist, vor allem für eine 14jährige. Oder lebe ich hinterm Mond und die 14jährigen von heute sind wirklich so drauf?! Gefallen hat es mir aber schon, denn es hat ganz schön geknistert zwischen den beiden.
Der Vater von Olivier mit seiner extremen Strenge ist wirklich extrem. Ich denke aber schon, dass es solche Väter gibt, die nur die Noten sehen und nicht die Person und was diese eigentlich selbst will. Im Falle von Oliviers Vater gibt es ja sogar eine plausible Erklärung dafür: er selbst hat viel falsch gemacht und wollte das seinem Sohn ersparen. Dennoch bin ich immer noch der Meinung, dass solch ein Verhalten nicht in Ordnung ist und es die Kinder genau dorthin treibt, wo es Olivier hingetrieben hat: Abhauen und wenn man Pech hat auf der Straße landen. Deswgen finde ich es gut, dass sich das Blatt und auch der Vater komplett wendet als Olivier von der Polizei wieder nach Hause gebracht wird. Es zeigt den Kindern und Jugendlichen, dass es einen besseren Ausweg geben kann und Menschen sich ändern können.

Anja Fröhlich ist hier ein kleiner niedlicher Jugendroman gelungen, den man super mal zwischendurch lesen kann und der nicht nur für Jugendliche interessant zu lesen ist. Gewisse Passagen hätte man noch ausschmücken können. Gerade der Punkt Liebe kommt mir ein wenig zu kurz und ich hätte mir mehr Action zwischen Funny und Olivier gewünscht. 


Wertung


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen