Freitag, 16. Mai 2014

[Rezension] Volker Hesse - Der 7. Lehrling

Buchinfos:
  • Titel: Der 7. Lehrling
  • Autor: Volker Hesse
  • Seitenanzahl: 610
  • Preis: 9,99 Euro (ebook)

Inhalt 

Quentin ist 13 Jahre alt und wird zu Hause nicht gern gesehen, weil er anders ist. Somit zieht er mit seinen jungen Jahren auch zu Hause aus und zieht durch das Land, um Arbeit zu finden. Er kommt zu dem Müllermeister Falk und seiner Frau Finya, die ihn so herzlich aufnehmen, dass er sich sofort bei ihnen zu Hause fühlt.

Zur gleichen Zeit brodelt sich in Filitosa, dem magischen Dorf der Hexen und Zauberer, ein Unheil zusammen. Jedes Jahr müssen 7 neue Lehrlinge im Alter von 10-13 Jahren gefunden werden, um den Zauber, das Dorf von den Menschen unentdeckt zu halten, aufrecht zu erhalten. In diesem Jahr ist aber alles anders, denn es fehlt genau ein Lehrling. Die Zeit bis zum Vollmond ist nicht mehr lang und somit begeben sich fast alle Hexen und Zauberer auf die Suche durch das ganze Land, um den einen Lehrling zu finden.

Zur gleichen Zeit braut sich aber auch Unheil über dem ganzen Land zusammen, denn die Horden, eine große Streitmacht, macht sich über das Land breit und überfällt eine Stadt nach der anderen, um Hab und Gut zu rauben und die Handwerker, Lehrlinge und Gesellen gefangen zu nehmen. Auch die Stadt Balsberg, in der Quentin und seine neue Müllersfamilie leben, ist davor nicht sicher und so kommt es, dass auch sie in Gefangenschaft geraten. Für die Zauberer und Hexen wird die Suche nach ihrem 7. Lehrling, der sich als Quentin herausstellt, dadurch nicht einfach und es beginnt eine Reise ins ungewisse Abenteuer.


Meine Meinung 

Der Grund, warum das Buch „Der 7. Lehrling“ heißt, wird schnell klar und geklärt, denn alles dreht sich um diesen einen 7. Lehrling, der gefunden werden muss. Schnell wird auch klar, dass es sich dabei um Quentin, die Hauptfigur, dreht. Quentin ist mir auf Anhieb sympathisch. Er tut mir wirklich leid, dass er mit seinen jungen Jahren schon von zu Hause weggehen muss, weil er dort nicht mehr erwünscht ist. Und das nur, weil er anders ist. Um so froher bin ich, dass er seine Lehre bei einer so liebenswürdigen Müllersfamilie antreten kann. Sie sind sehr herzlich und haben sogar Verständnis für seine Gabe. Im Allgemeinen sind die Charaktere, vor allem die Hexen und Zauberer sehr liebenswürdig, nett und hilfsbereit. Ihre Gemeinschaft fasziniert mich. Sie sind ein ganzes Dorf, aber doch eine Familie. Sie sind so liebevoll zueinander und einer steht für den anderen ein. Das gibt es in manchen Familien nicht einmal. Für ihre Gemeinschaft riskieren sie ihr Leben, das zeigt von Größe. Umso trauriger ist es, dass sie sich mit ihrer Gabe vor den Menschen verstecken müssen.

Etwas störend empfand ich anfangs die ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Charakteren. Sie waren anfangs etwas zu kurz und es hat zu schnell wieder gewechselt. Gerade am Anfang beim Kennenlernen der Charaktere hatte ich mir etwas längere Passagen gewünscht. Doch nach und nach gewöhnt man sich daran und ich fand es schließlich sogar gut. So hat man schnell auch erfahren können, was bei den anderen Charakteren zu dieser Zeit passiert ist.

Ein wenig ärgerlich finde ich, dass der schwarze Magier nicht richtig aufgeklärt wurde. Er wurde immer wieder kurz angerissen, blieb aber für mich bis zum Schluss zu geheimnisvoll. Anfangs kam er sehr böse herüber, doch am Ende merkte man, dass er eigentlich auch ein Zauberer aus Filitosa sein musste bzw. es war. Hier hoffe ich, dass es noch einen 2. Teil geben wird, in dem dann mehr auf ihn eingegangen wird. Z. B. haben Quentin und Meara von ihm eine Kugel geschenkt bekommen. Wieso gerade diese beiden? Was hat es mit der Kugel auf sich? Das wird leider nicht aufgeklärt.

Als Gegenstück zu den liebevollen, netten Charakteren gibt es die Horden, die wiederum brutal, gierig und nur auf sich bezogen sind. Diese sind für das Buch aber auch sehr wichtig. Eine Reise mit der Suche nach dem Lehrling ohne irgendwelche Zwischenfälle hätte das Buch zu langweilig gemacht. Die Horden geben der Geschichte den richtigen Pfeffer.

Insgesamt finde ich das Buch wirklich sehr gelungen. An der Geschichte kann man auf vielfältige Art und Weise anknüpfen und ich würde mich wirklich freuen, wenn es einen weiteren Teil davon geben würde. Es gibt noch so viele Sachen zum Aufklären und vor allem noch so viele weitere gefundene Hexen und Zauberer zum Kennenlernen. Zwischendurch empfand ich das Buch ein wenig zu lang, vor allem zwischen dem 2. und 3. Teil. Es wird hier viel beschrieben und ich konnte mir alles bildlich vorstellen, doch war der Weg dann beim Lesen doch etwas beschwerrlicher geworden.

Wer denkt hier einen Abklatsch von Harry Potter zu finden, der liegt komplett falsch. Zwar geht es auch um einen Zauberlehrling, doch Parallelen fand ich hier sonst überhaupt keine und das ist auch gut so. Eine wirklich interessante Fantasy-Geschichte mit viel Ausbaumöglichkeiten.


Wertung

 

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